Das PFALZ-ECHO-Interview mit Jens Hübschen und Hermann Götz:

„Eine tolle Gelegenheit, die Landkreise kennenzulernen“

Moderator Jens Hübschen und Regisseur Hermann Götz besuchten das PFALZ-ECHO nach den Dreharbeiten zum Quiz in Kandel. Im Gespräch mit Redakteurin Daniela Trauthwein verrieten die beiden, was ihnen die Arbeit mit den Menschen vor Ort bedeutet.

Herr Götz, wie sind die Ideen entstanden, Menschen einfach so zu überraschen und vor die Kamera zu bringen?

Hermann Götz: Wir haben den Donnerstag im SWR Fernsehen um 18.10 Uhr ausgewählt, um ein wenig freches Programm zu machen. Hierfür haben wir verschiedene Formate entwickelt – das Quiz ist eines davon. Spontaneität ist dabei der entscheidende Faktor. Die Moderatoren wissen vorher nicht, mit wem sie reden und welche Geschichten sie entdecken werden. Die Sendung „Straßen und Plätze“ mit Judith Kauffmann ist ein Beispiel hierfür oder auch „Namenforscher“ mit Jens Hübschen. Bei „Namenforscher“ suchen wir uns schon im Vorfeld Ortschaften aus, die vom Namen her interessant sind und suchen dann dort die interessantesten Namen aus. Man entdeckt dabei auch regionale Besonderheiten. Ich wusste vorher zum Beispiel nicht, dass der Name „Klein“ ein typisch rheinland-pfälzischer Name ist. Um Landau und Nußdorf herum ist z. B. der Name „Wambsganß“ weit verbreitet, den findet man sonst kaum irgendwo anders.

Wie läuft das dann genau ab?

Jens Hübschen: Ich bin vor Ort, klingle spontan bei den Leuten an der Tür und spreche mit ihnen über ihren Namen: „Hallo, Sie heißen ja xy, wissen Sie eigentlich woher Ihr Name stammt und was er bedeutet?“ Zeigen die Leute Interesse, lade ich sie für den Abend in eine Kneipe ein, wo dann auch unser Namenforscher Professor Jürgen Udolph dazu kommt und den Anwesenden ihre Namen erklärt.
Hermann Götz: Dann gibt es ja auch noch unsere Rezeptsucherin Susanne Nett, die losgeschickt wird, um regionale Rezepte zu finden, die dann bei den Leuten auch direkt gekocht werden. Und dann gibt es natürlich unser Quiz, das wir ja heute in Kandel gedreht haben.

Jens Hübschen: Der große Charme bei diesem Quiz ist, dass man Leute zum Mitmachen bewegen kann, die sich nie für ein Fernsehquiz bewerben würden. Es sind die ganz „normalen“ Leute, die kein Geltungsbedürfnis haben und so reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist – ganz ohne Drehbuch.

Welche Voraussetzungen muss man als Moderator mitbringen, damit solche Sendungen gelingen können?

Hermann Götz: Man kann so etwas nicht mit jedem Moderator verwirklichen. Man muss als Moderator den Menschen gegenüber offen sein, den direkten Kontakt mit ihnen mögen und spontan auf sie reagieren können. Das kann einfach nicht jeder.

Jens Hübschen: Das macht ja auch Spaß, die Menschen zu treffen und kennenzulernen mit ihren Eigenarten, ihren Dialekten.

Hermann Götz: Am schönsten ist es, wenn es draußen wärmer ist und Jens setzt sich im Café einfach zu Leuten an den Tisch.

Jens Hübschen: Wir sind immer wieder überrascht, dass über 95 Prozent mitmachen. Es gibt wirklich nur ganz wenige Leute, die das nicht wollen. Mittlerweile sehen wir es den Leuten schon an, ob sie eher mitmachen werden oder nicht.

Wie oft sind Sie unterwegs, um das Quiz zu drehen?

Jens Hübschen: Jetzt wo es die Landkreis-Geschichten gibt, drehen wir jeden Monat eine Quiz-Sendung.

Hermann Götz: Wir spielen ja alle 24 Landkreise und die zwölf kreisfreien Städte durch; insgesamt läuft das Quiz drei Jahre lang.

Jens Hübschen: Das ist eine tolle Gelegenheit die Landkreise kennenzulernen.

Was macht Ihnen beiden bei dem Quiz am meisten Spaß?

Jens Hübschen: Der Kontakt mit den Menschen und das Unplanbare, das Zugehen auf die Menschen ohne zu wissen was passiert, dass man spielerisch durch den Tag geht – es gibt so viele ernste Ding im Leben. Im Moment ist das Quiz für mich das schönste Format, das man mit dem SWR produzieren kann.

Hermann Götz: Mir geht das genauso. Wir haben ja im Hintergrund noch die kleine Ideologie Wissen über Rheinland-Pfalz und regionale Identität zu vermitteln – und das auf unterhaltsame und spielerische Art. Das ist für mich Infotainment. Wir führen die Leute nicht vor. Es macht unheimlich Spaß zu sehen, wie die Leute reagieren und welche Spiellust sie entwickeln.

Jens Hübschen: Es ist ja erstaunlich, was man über sein Bundesland alles erfahren kann. Wahrscheinlich wissen die wenigsten Rheinland-Pfälzer, dass Prinz William von England in weitester Linie von einem Pfarrer aus Kandel abstammt. Sie hier in der Region wissen das natürlich, aber ich selbst war völlig platt, als ich das erfahren habe. So gibt es ganz viele Dinge, die man über Rheinland-Pfalz nicht weiß und die man im Zuge dieses Quiz entdecken kann.

Beim Quiz gibt es ja 1.000 Punkte zu gewinnen. Welches Ort liegt denn momentan an der Spitze?

Hermann Götz: Diese Sendung läuft ja seit fast einem Jahr. Es führt schon eine ganze Weile die Stadt Zweibrücken mit 695 Punkten. Wie viele Punkte Kandel erzielt hat, erfahren Sie dann am Donnerstag um 18.10 Uhr.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wir in Rheinland-Pfalz: 
Das Quiz, Donnerstag, 19. Januar, 18.10 Uhr, SWR Fernsehen.

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